Der Workshop – Eine Expedition zum Gipfel

Workshops sind in aller Munde, wenn es um kreatives Arbeiten und das Entwickeln neuer Konzepte geht. Doch wann setzt man sie ein und was nutzen sie dem Kunden? Sind es Zeitfresser oder zahlen sie sich aus? Um diesen Fragen nachzugehen begeben wir uns auf die Reise.

Was haben Workshops mit einer Expedition zu tun?

Reisen erweitert seit jeher den eigenen Horizont, lässt uns über den Tellerrand hinaus blicken, schafft bleibende Erlebnisse und wichtige Erkenntnisse. Eine Forschungsreise im Speziellen verfolgt dabei ein selbst gewähltes Ziel, eine Problemstellung, der auf den Grund gegangen wird – und genau darum geht es bei einem Workshop. »Unterwegs« sein bedeutet auch, auszubrechen aus dem Alltag, vertraute Pfade zu verlassen um Neues zu entdecken, sich auf das Unbekannte einzulassen und das Verständnis für größere Zusammenhänge zu vertiefen. In der Praxis geht das am besten, indem man das gewohnte Arbeitsumfeld verlässt und sich bewusst Zeit für die intensive und ungestörte Arbeit am Projekt einplant. Ein »neutraler« Ort oder eine inspirierende Umgebung bieten dabei Raum für kreative Gedanken. Unsere Agenturäumlichkeiten oder auch das ab+zu im alten Brauereiturm in Darmstadt haben sich bereits bestens für solche Zwecke bewährt.

Zusammen auf Entdeckungsreise gehen, um herausragende Ziele zu erreichen

Sich gemeinsam auf den Weg begeben heißt aber auch, sich gegenseitig besser kennenzulernen. Kunde und Designer – zwei Welten, die aufeinandertreffen. Der intensive Austausch untereinander hilft, die Sichtweise des jeweils anderen besser kennen- und verstehen zu lernen. Das gilt ebenso für die interne Kommunikation auf Kundenseite. Wesentliches Ziel eines jeden Workshops ist daher neben konkreten Arbeitsergebnissen, Ideen und Lösungsansätzen auch das gemeinsame Verständnis aller beteiligten Parteien untereinander – ein wichtiger Grundstein im Bezug auf die weitere Zusammenarbeit.

Die richtige Truppe zusammenstellen

Eine Reise wird erst so richtig interessant, wenn man sie mit den richtigen Leuten antritt. Auch jeder Workshop lebt von seinen Teilnehmern und der Dynamik, die erst in der Gruppe entstehen kann. Für effektive Kreativ-, Website- und Markenworkshops hat sich eine Gruppengröße von 3–5 Teilnehmern bewährt. Entscheidend ist jedoch nicht die Anzahl sondern vielmehr die Zusammensetzung des Teams. Unterschiedliche Fähigkeiten, Erfahrungshintergründe, Denk- und Kommunikations-Stile sind ausdrücklich erwünscht und fördern einen vielseitigen und kreativen Output.
Häufig werden in Workshops grundlegende Entscheidungen getroffen, zukünftige Ausrichtungen erarbeitet und wichtige Ziele definiert. Damit diese auch erfolgreich ins Unternehmen oder das konkrete Projekt getragen werden, sollte neben Stellvertretern der involvierten Fachdisziplinen immer auch die Geschäftsebene vertreten sein. Doch wohin geht die Reise eigentlich?

Wo soll’s hingehen? Ziele und Vorgehen definieren

Das Reiseziel entscheidet darüber, wer mitkommt und welche Ausrüstung nötig ist, um dorthin zu gelangen: Eine Gipfelbesteigung erfordert eine andere Vorgehensweise, als die Entdeckungstour in der Großstadt. Jeder Workshop ist anders und wird von uns individuell betrachtet. Ausgehend von einer Problemstellung arbeiten wir zusammen mit unserem Kunden in einem intensiven, eng abgesteckten Zeitrahmen an Lösungsideen und Richtungen. Wir greifen dabei auf verschiedene Designmethoden und Kreativitätstechniken zurück, die uns helfen, zum Kern des Problems zu gelangen.
Oftmals ist am Anfang eines Projektes das eigentliche Designproblem noch nicht so klar definiert (fuzzy front end of design problems), Inhalte entstehen gerade erst, die Marschrichtung muss noch erarbeitet werden. Der Kunde hat häufig eine Vorstellung davon, was er braucht, aber einzelne Anforderungen und Details sind noch unklar. Ein Grundlagen-Workshop kann dabei helfen, aus der Vielzahl an Ideen, Optionen und Möglichkeiten die für den gewünschten Zweck passende Vorgehenweise herauszuarbeiten. Anforderungen werden definiert und präzisiert, Unwichtiges gelöscht. Dies ist oft der erste Meilenstein auf dem gemeinsamen Weg, der noch vor einem liegt. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen dem Kunden und uns als Basis und Richtschnur für weitere Schritte auf dem Weg zum Gipfel.
Sind die Rahmenbedingungen bereits gut abgesteckt und das große Ziel steht, liegen andere Schwerpunkte im Fokus des Workshops: Ideen entwicklen, analysieren, priorisieren, Ordnung schaffen, Perspektivenwechsel, User Experience, Prototyping, etc. Die Auswahl passender Tools und Methoden richtet sich dabei immer nach den konkreten Projektanforderungen.

Eine Reise, die sich lohnt

Ob intensiver Kurztrip oder groß angelegte Expedition – den Weg selbst zu gehen ist um ein Vielfaches nachhaltiger und erkenntnisreicher als das Ziel im Reiseführer zu betrachten. Mit dem Bild der »Reise« lassen sich viele weitere Vorteile eines gemeinsamen Workshops verdeutlichen:

Raus aus der Komfortzone
Sich »aktiv« auf den Weg zu begeben bedeutet, eine hohe Aufmerksamkeit für die Sache mitzubringen – die richtige Einstellung für gute Ergebnisse.
Maximaler Freiraum
Die Natur bietet Inspiration und viel Raum für klare und freie Gedanken, Assoziationen und Ideen – so sollte auch das Arbeitsumfeld für den Workshop beschaffen sein.
Gemeinsames Ziel vor Augen
Für jeden in der Gruppe ist klar, wohin die Reise gehen soll – das wird auch im Workshop deutlich kommuniziert.
Umwege erwünscht
Unterwegs gibt es viel zu entdecken – verborgene Pfade, Abkürzungen, besondere Ausblicke und Momente, die man gerne festhalten möchte. Im Workshop tut man das dann auch.
Andere Ebene der Kommunikation
Die ungezwungene Atmosphäre und gemeinsame Herausforderungen rücken hierarchisches Denken in den Hintergrund.
Kurze Entscheidungswege
Genügend Zeit für Austausch, Diskussion und Feedback fördern das gemeinsame Verständnis und erleichtern Konsens und Kompromisse.
Erfahrungsaustausch
Fachkompetenz und Lebenserfahrung treffen aufeinander, Teilnehmer und Projekt profitieren gleichermaßen vom Wissen der anderen.
Interaktion, Dynamik und Improvisation
Manche Hindernisse erfordern ungewöhnliche Maßnahmen und gegenseitige Unterstützung – so entstehen innovative Lösungen.
Erleben mit allen Sinnen
Was draußen natürlich ist, funktioniert auch drinnen. Workshops sollten abwechslungsreich gestaltet sein und auch praxisbezogene Aufgaben enthalten. »Hands on« – alle Sinne sind gefragt.
Neue Perspektiven und Sichtweisen
Eine exakte Route ist nicht vorgegeben, den Reiseverlauf bestimmt die Gruppe. Im Workshop helfen Gedankenexperimente und Design-Thinking-Methoden dabei, Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Sind Workshops nicht reine Zeitfresser?

Mit dieser Frage werden wir immer wieder konfrontiert. Doch stimmt das wirklich? Aus unserer Erfahrung heraus können wir sagen: Nein, gar nicht! Denn: Gute Planung und Vorarbeit zahlen sich aus, nicht nur beim Verreisen. Sinnvoll eingesetzt kann ein Workshop innerhalb kurzer Zeit wertvolle Ergebnisse liefern, die den nachfolgenden Prozess effektiver, fundierter und kompakter gestalten. Abstimmungsprozesse werden vereinfacht, Hindernisse werden aufgedeckt. Im Team entstehen Ideen und Erkenntnisse, die durch klassische Herangehensweisen niemals aufgekommen wären. Ein intensiver Projektstart und der fachübergreifende Austausch fördern die Dynamik und das gemeinsame Verständnis. Durch die klare zeitliche Begrenzung ist der Meilenstein »Workshop« für den Kunden gut kalkulier- und planbar.

Wie Ihr gelesen habt: Wir sind nicht nur Reise- sondern auch Workshopfans! Welche Erfahrungen habt Ihr mit Workshops gemacht? Lust auf eine Expedition mit uns? Wir freuen uns auf Eure Nachricht!

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Andreas Strack - Art Director

Über den Autor

Andreas Strack
Art Director