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Der visuelle Minimalismus – Flat Design näher betrachtet

Der visuelle Minimalismus – Flat Design näher betrachtet

30. Oktober 2013 |
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Kategorie: Basiswissen Design

Flat-Design ist ein Trend, der sich aktuell im Web ausbreitet und den wir als Designer nicht unbeachtet lassen sollten. Wir schauen genauer hin …

Was ist Flat Design?

Flat Design beschreibt einen aktuellen Trend bei der Gestaltung von Webseiten und Apps, der im Prinzip darauf verzichtet, die Wirklichkeit nachzuahmen. So wird auf Verwendung von Texturen (beispielsweise Papier- oder Lederoptik) sowie die Darstellung von Plastizität durch Schatten oder ähnliche Effekte verzichtet. An die Stelle von abgerundeten Ecken und Verläufen treten klare Flächen in klaren Farben. Typografie wird sowohl in gut lesbarer Größe als auch als Gestaltungsmittel eingesetzt.

Flat Design stellt den Inhalt einer Webseite in den Fokus und übt dabei den Verzicht auf alles Unnötige.

Hier ein Flat Design Beispiel aus unseren Webdesign-Projekten:

Responsive Website mit WordPress-Blog für »Job and Career«

Responsive Webdesign mit integriertem Blog für die Job and Career Messen

 

Man könnte Flat Design auch als Gegentrend zum Skeuomorphismus bezeichnen. Dieser Stil verfolgt die Nachahmung eines natürlichen Designs. Dazu werden Effekte verwendet, die den Eindruck von Dreidimensionalität hervorrufen sollen wie beispielsweise Papier-Abrisskanten oder Lederstrukturen. Solche Gestaltungselemente können durchaus problematisch sein – sie helfen dem Benutzer nicht bei der Bedienung der Anwendungen und ihr visuelles Ablenkungspotenzial ist immens.

Dieses Beispiel aus unserem Portfolio zeigt ein Design, das skeuomorphe Elemente verwendet: Responsive Webdesign für das Online-Foto-Portal PHAME

Web Design für Foto-Community

 

Rückbesinnung auf das Wesentliche?

Wieder »form follows function«? Dabei ist dieses Motto nun wirklich nicht neu. Zumindest für uns Designer nicht.

Die Grundsätze des Flat Designs entsprechen unserer Auffassung von Design als Erfolgsfaktor. Wir vertreten als Designagentur die Meinung, dass weniger mehr ist. Und dass das Auge geleitet werden muss. Und dass gutes Design Orientierung geben, Botschaften zur Zielgruppe transportieren und somit Kommunikation und Marketing unterstützen sollte. Gutes Design lebt von einer klaren visuellen Sprache – reduziert auf das Wesentliche, um den Fokus auf die Inhalte zu lenken.

Flat Design und Web-Technologien

Neue Webdesign-Trends werden meist durch neue Technologien angestoßen. Responsive Design oder Parallax Scrolling (schönes Beispiel ansehen) sind Beispiele, die zeigen, wie aktuelle Technologien das Web-, App- und Interface-Design beeinflussen.

Dies gilt in gleichem Maße für Flat-Design, dessen Eigenschaften perfekt auf die heutigen Anforderungen passen und den Erfolg ausmachen dürften.

»Schlichte Seiten«, die u.a. auf Hintergrundstrukturen oder aufwendig gestaltete Buttons verzichten und durch ein klares, reduziertes Design mit Schwerpunkt auf den Inhalt überzeugen, können weitgehend mit Mitteln der Programmierung (um-)gestaltet werden und sind somit leichter anzupassen. Flat Design ist somit ausreichend flexibel, so dass Bild- und Textgrößen für die optimale Darstellung auf verschiedenen Ausgabegeräten angepasst sowie Positionen und Ausrichtungen verändernd werden können.

Durch den Verzicht auf unnötige Grafiken ist Flat Design zudem ressourcenschonend im Hinblick auf geringe Datenlast und Rechenleistung, was dem Einsatz auf mobilen Endgeräten entgegenkommt.

Der zunehmende Einsatz von Webfonts hat dem Flat Design einen weiteren Schub gegeben. Typografie hat im Web zweifellos schon immer eine bedeutende Rolle gespielt – sind doch ein Großteil der Inhalte im Internet textlicher Art. Doch waren in der Vergangenheit die Möglichkeiten technisch bedingt sehr begrenzt, was zu einer mehr oder weniger vereinheitlichten Typografie führte. Als Ergebnis versuchten Webdesigner eine individuelle Gestaltung durch grafische Auffälligkeiten zu erreichen.

Im Flat Design bekommt die Typografie durch die grafische Reduktion wieder eine größere Bedeutung. Möglich wird dies durch den Einsatz sogenannter Webfonts, die in die Webseite eingebunden und browsergeeignet sind. So können HTML-Texte endlich eine individuelle Schrift aufweisen, die für alle Besucher gleicht erscheint und typografische Gestaltung überhaupt erst möglich macht.

Almost Flat Design

Felix Winkelnkemper setzt sich in einem Artikel kritisch mit dem Thema auseinander und plädiert für einen gesunden Mittelweg, den andere bereits als »almost flat design« beschrieben haben: »Auf dem Bildschirm eine flache Welt zu gestalten nimmt uns eine der natürlichsten Möglichkeiten, Strukturen zu erkennen, denn in der natürlichen Umwelt gibt es kein Flat Design. Jedes Objekt, das über einem anderen liegt, wirft in der Regel einen Schatten oder hebt sich durch Unterschiede in Helligkeit oder Sättigung ab. Und genau diese Informationen nutzt das Auge zur Erschließung des Wahrnehmungsfeldes.«

Sparsam eingesetzt, so sein Credo, können wahrnehmungsunterstützende Elemente dabei helfen ergonomische Nutzungsoberfläche zu gestalten.

Fazit

„Das Einfache ist nicht immer das Beste. Aber das Beste ist immer einfach.“
(Heinrich Tessenow)

Es kommt immer auf die uns gestellte Aufgabe, die Zielgruppe und den Kontext an. In der Regel hat die Benutzerfreundlichkeit von Webseiten Priorität. Wenn es dazu nötig ist, werden wir uns nicht scheuen auf bewährte Gestaltungsmittel zurückzugreifen, die sich aktuell in keinem Trend niederschlagen.

Wir begrüßen den aktuellen »Trend« zum Flat Design, denn wir finden uns darin in den Grundzügen wieder und freuen uns, dass das Web dadurch schneller, flexibler und übersichtlicher wird.

Lesequellen

Folgende Artikel waren für uns eine Inspirationsquelle – wer möchte kann dort weiterführend nachlesen oder recherchieren:

Flat Design: Showcase für herausragende Webseiten von Florian Blaschke
… und die Welt ward flach! von Felix Winkelnkemper
Flat Design: sieht gut aus, verbessert das Marketing von Björn Tantau
Flachgeklopft von Steven B. Cook in weave 05.13

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